HOME
NACHRICHTEN
News vom
09.09.2010
Kreis
Regional
Rückblick
Polizeibericht
Archiv
TERMINE
SERVICE
TOURIST-INFO
LANDRATSAMT MIL
BRANCHENFÜHRER
VEREINE/VERBÄNDE
KLEINANZEIGEN
GÄSTEBUCH
LINKS
IMPRESSUM
 
 
 
   

Wir räumen unseren Landkreis auf: Eine Aktion im Dienste unserer Umwelt am Samstag, 20. März 2010

09.03.2010

Auf- und Abfahrten sehen oft aus wie Müllhalden.

Der Landkreis hat wieder aufgerufen: Krempelt die Ärmel hoch, wir räumen auf. In gebückter Haltung laufen die fleißigen Helfer der Aktion "Wir räumen unseren Landkreis auf" an Straßenrändern, in Parks, im Wald, am Mainufer und an öffentlichen Plätzen herum, um sorglos weggeworfenen Müll einzusammeln.
Ob Mensch, Natur oder Umwelt, von dieser Aktion profitieren alle gleichermaßen. Gerade bei den Kinder- und Jugendgruppen, die sich an solchen Aktionen beteiligen, kann von einem nachhaltigen Erfolg ausgegangen werden. Schließlich ist es nicht selbstverständlich, von anderen achtlos weggeworfenen Müll freiwillig aufzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen. Bei solchen Aktionen macht man schon den Kindern bewusst, was ein unbekümmert weggeworfenes Bonbonpapier ausmacht. Es werden deshalb besonders örtlich ansässige Vereine und Organisationen mit den darin organisierten Kindern und Jugendlichen zur Teilnahme aufgerufen.
Rückblickend auf die letzten Aktionsjahre kann man einen stetig steigenden Zuspruch der Bevölkerung feststellen. Unter den "Sammlern" sind alle Gesellschaftsschichten und Personen jeden Alters zu finden.
Wer sich an der Aktion beteiligen möchte, muss sich rechtzeitig vorher bei seiner Heimatgemeinde anmelden. Dafür sind folgende Angaben nötig: Nennung des Sammelzeitraums, eines verantwortlichen Ansprechpartners mit Kontaktadresse sowie die geschätzte Teilnehmerzahl. Man kann auch direkt mit dem Landratsamt in Miltenberg Kontakt aufnehmen. Der dort zuständige Sachbearbeiter hilft weiter, welcher Gruppe man sich anschließen kann, auch als Einzelperson. Bei schlechtem Wetter wird die Aktion verschoben.
Bei Fragen steht Herr Fischer vom Landratsamt in Miltenberg unter der Telefonnummer 0 93 71/ 50 13 80 gern zur Verfügung.

Alle Jahre wieder - die Müllsäuberungsaktion
Ursprung des Rama dama
Rama dama ist bayrisch und heißt zu Hochdeutsch "räumen tun wir". Das war die Parole für die große Trümmer-Räum-Aktion im Jahr 1949 in der Münchner Nachkriegszeit, als die Stadt buchstäblich in Schutt und Asche lag. Der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer motivierte mit diesen Worten die ganze Stadt zu Aufräumaktionen. Der Begriff "Rama dama" wurde später auf alle möglichen Räum- und Reinigungsaktionen landesweit verbreitet.

Landratsamt Miltenberg begeistert von steigender Helferzahl
Auf Initiative des Landratsamtes Miltenberg startete landkreisweit die Aktion "Wir räumen unseren Landkreis auf" vor 10 Jahren. Bereits davor haben einzelne Gemeinden, unter anderen Collenberg oder Erlenbach, schon vor über 25 Jahren diese Aktion ins Leben gerufen. Und die Zahl der Helfer steigt von Jahr zu Jahr. Zu Beginn im Jahr 2000 waren es etwa 2000 freiwillige Helfer. Inzwischen stieg die Zahl im Jahr 2009 bereits auf 3240. Besonders Institutionen wie Schulen, Ortsvereine oder Feuerwehr und THW beteiligen sich rege an der Sammelaktion. Wenn Gemeinden Container für den Transport des eingesammelten Abfalls brauchen, versucht der Landkreis diese zu vermitteln. Es werden Firmen gefragt, ob sie Container zur Verfügung stellen. Aber oft verfügen auch die Gemeinden selbst auf den Bauhöfen über diese. Der Landkreis übernimmt alle anfallenden Müllgebühren. So kamen im letzten Jahr 25 Tonnen brennbarer Abfall zusammen, der mit 5375 Euro zu Buche schlug. Ruth Heim, zuständig für die kommunale Abfallwirtschaft beim Landratsamt: "Wir sind jedes Mal aufs Neue verwundert über die nachwachsenden Rohstoffe, nämlich die Autoreifen. Deren Samen verbreitet sich überall. Kaum hat man einen entsorgt, treten sie an nächster Stelle in Massen wieder auf. Im letzten Jahr wurden 580 Stück gefunden. Auch hierfür fielen Gebühren in Höhe von 1740 Euro an." Es wurden insgesamt rund 7000 Euro vom Landratsamt im Jahr 2009 beigesteuert. Erfreulicherweise wurden im
letzten Jahr etwa 8 bis 9 Tonnen weniger Unrat gefunden.
Das zuständige Team in Sachen Umweltschutz beim Landratsamt Miltenberg: Ruth Heim und Gustl Fischer.

Gustl Fischer, Abfallberater beim Landratsamt, erklärt: "Ein Erfolg wäre es natürlich, wenn sich diese Zahl wiederholen, besser noch weiter reduzieren würde". Herr Fischer ist als Berater auch an Schulen zur Aufklärung tätig und berichtet dort unter anderem über die historische Entwicklung der Abfallentsorgung. Es wird von den Sammelgruppen aus Sicherheitsgründen darauf geachtet, dass Kinder- und Schulgruppen nicht an öffentlichen Straßen Müll sammeln, sondern dies an Radwegen und Feld und Wiesen tun. Das Finden von gefährlichen Gütern wie zum Beispiel Ölfässern oder Asbestplatten wird beim Landratsamt telefonisch gemeldet, das dann eine professionelle Entsorgung in die Wege leitet. Sollte Interesse an der Besichtigung von Abfallbeseitigungsanlagen im Rahmen dieser Aktion bestehen, kann dies jederzeit organisiert werden.

Richard Salzer von der PI Obernburg gibt gerne Auskunft.

Ordnungswidrigkeit im Bagatellbereich
Auf Nachfrage bei der Polizeiinspektion Obernburg erklärt Richard Salzer: "Bereits das Wegwerfen einer Zigarettenschachtel ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Verwarnung von 15 Euro geahndet werden. Der eigentliche Sinn des Nichtwegwerfens ist der Umweltschutz beziehungweise die Verkehrssicherheit." Müllsäcke, die in der Natur entsorgt wurden, werden fotografiert und dem Landratsamt zur Anzeige vorgelegt. Der Müll wird gesichtet und nach Adressen durchsucht, die Hinweise auf den Umweltsünder geben. Wird der Verursacher ermittelt und es kommt zu einer Verhandlung vor Gericht, fällt die Strafe deutlich höher aus. Viel Müll findet sich auch an den Bahnhöfen und Schnellstraßenauf- und -abfahrten.

Auch eine Art, Schrott zu verwerten. Die Skulpturen des Künstlers Roberto Cipollone "CIRO" aus Florenz. Hier dargestellt: "scudieri“, die Schildknappen. Sie sind zur Zeit in einer Ausstellung in der Galerie von Maria Kreuzer in Amorbach zu besichtigen.

KJG Collenberg unterstützt die Aktion
Als dienstälteste Truppe beteiligt sich der KJG & Thomas Morus Verein aus Collenberg bereits seit 1978 an der Aktion. Roland Weber, damals noch Pfarrleiter, heute Kassier der KJG, erklärt: "Wir laden jedes Jahr auch die Schulen und Vereine vor Ort zum Helfen ein. Die Zahl der Helfer beläuft sich auf zirka 25 Personen." Treffpunkt ist um 9 Uhr an der alten Schule. Dann wird mit Handschuhen und Eimern bewaffnet losgezogen.
Ein paar Tage vor der Aktion wird nachgesehen, wo sich am meisten Unrat angesammelt hat. Der Radweg ist immer betroffen, da werden gleich zwei Gruppen zum Sammeln eingesetzt. Von Jahr zu Jahr abwechselnd werden einzelne Täler, die Collenburg und die Steinbrüche nach Abfall durchforstet. Die Kinder sammeln bis zirka 13 Uhr und treffen sich dann alle zur gemeinsamen zünftigen Brotzeit. Die älteren Helfer sortieren im Anschluss den Müll und Franz Büttner fährt mit seinem Traktor samt Anhänger das Ganze dann auf die Umladestation nach Erlenbach. Auf Nachfrage erklärt Roland Weber: "Die Art des Mülls hat sich geändert. Waren es vor ein paar Jahren mehr große Sachen wie Kühlschränke, halbe Autos, Mopeds und Wohnzimmergarnituren, die wir gefunden haben, ist es heute viel mehr Kleinkram wie Plastik und Papier, eben achtlos weggeworfener Unrat."

Auch in Mönchberg wird die Natur auf Hochglanz gebracht
"Schon seit über 20 Jahren organisiert der CSU-Ortsverband Mönchberg die Aktion `Saubere Flur`", so der 1. Vorsitzende Gerd Miltenberger. Der CSU-OV kümmert sich um die Einteilungen, Organisation der Fahrzeuge, die Verpflegung, eben alles, was dazu gehört. Unterstützt werden sie auch in diesem Jahr wieder von den Pfadfindern vom Stamm Aubachtal Mönchberg. Lydia Hock, von den Pfadfindern erklärt: Wir leisten damit einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz, denn so heißt es im Pfadfindergesetz: "Als Pfadfinder gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt und lebe einfach und umweltbewusst. Deshalb schützt ein Pfadfinder Pflanzen und Tiere." Mit Traktor und Anhänger wird losgezogen, um das Spessartgebiet, das Aubachtal, Zeltplatz und den Panoramawanderweg von Unrat zu befreien. Sie sind für jede fleißige Hand dankbar. Die Leiter der Gruppe sehen die Teilnahme als Vorbildfunktion für die Kinder an. Es zählt dabei insbesondere der Gemeinschaftsgedanke, der Umweltschutz und das gesellige Beisammensein. Der Startschuss fällt um 9 Uhr, gesammelt wird bis etwa 14 Uhr. Der gesamte Müll wird mit dem Traktor auf den Bauhof nach Schmachtenberg transportiert. Nach getaner Arbeit lassen Jung und Alt die Aktion bei einer zünftigen Brotzeit ausklingen. -SK-
Nach der Sammelaktion: Eine gute Brotzeit – sowie das schöne Gefühl, etwas Positives geschafft zu haben.