Perle und Kleinod des Odenwaldes

Amorbach

Das barocke Städtchen Amorbach ist ein wahres “Schmuckkästchen der Architektur”. Die denkmalgeschützte Altstadt mit viel mittelalterlicher Bausubstanz bietet eine wundervoll romantische Atmosphäre: Verwinkelte Gassen mit Kopfsteinpflaster, Fachwerkhäuser, Reste einer Stadtmauer, das historische Rathaus, zwei sehenswerte Kirchen; dazu ein Palais, in dem heute noch die Fürstenfamilie zu Leiningen wohnt.
Seit 1253 besitzt Amorbach Stadtrechte, verliehen vom hochadeligen Klostervogt Konrad von Dürn. Mindestens 500 Jahre älter ist die Abtei Amorbach. Vor allem deren weltberühmte Kirche fasziniert Besucher aus ganz Europa, die während des gesamten Jahres hierher kommen. Umgeben von herrlichen Wäldern liegt Amorbach genau im Dreiländereck von Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Damit bietet sich die ehemalige Abteistadt auch als Ausgangsstation für Ausflüge nach Franken und ins Rhein-Main-Gebiet an.

BasilikaDie ehemalige Benediktinerabtei
en Namen"Barockstadt" führt Amorbach aufgrund der prachtvollen Gebäude aus dieser Epoche: Hinter den beiden Abteitürmen von 1111 erbauten die wohlhabenden Benediktiner 1742 bis 1745 eine neue Kirche nach Plänen des Kurmainzer Hofbaumeisters Maximilian von Welsch, die von den berühmtesten Künstlern ihrer Zeit ausgeziert wurde: Der Stuck stammt von den Wessobrunner Meistern Michael Feichtmayr und Johann Georg Übelherr, die Fresken schuf der Augsburger Akademiedirektor Matthäus Günther, Franz Erasmus Asam malte zwei großformatige Ölbilder über dem Chorgestühl. Das kostbarste Ausstattungsstück ist jedoch die große Stumm-Orgel von 1782 mit heute vier Manualen und 66 Registern und 5000 Pfeifen.
Im Konventbau, 1783 bis 1786 errichtet nach Plänen von Franz Ignaz Neumann, sind der Grüne Saal (Festsaal) und die Bibliothek zu besichtigen, Meisterwerke des Klassizismus aus den Jahren 1786 bis 1799.
Blick auf St. GangolfSeit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1803 befindet sich dieses architektonische Kleinod im Besitz des Fürsten zu Leiningen. Die Abteikirche dient als fürstliche Kirche und evangelisches Gotteshaus. Bei den täglichen Orgelvorspielen während der Sommermonate verbinden sich der prachtvolle Kirchenraum und der außergewöhnliche Klang der weltbekannten Stumm-Orgel zu einem einmaligen Erlebnis voller Harmonie. Das berühmte Instrument steht im Mittelpunkt der mit international renommierten Künstlern besetzten "Amorbacher Abteimusik". Diese hochrangigen Konzerte finden alljährlich am Ostermontag, am Pfingstmontag und an weiteren Sonntagen jeweils um 16 Uhr statt.
In unmittelbarer Nähe der Klosteranlagen wurde ein Landschaftsgarten nach Plänen von Ludwig von Sckell geschaffen.

Die Klostergebäude
Der am Schlossplatz stehende Abteibau wurde um 1670 unter Mitwirkung von Antonio Petrini entscheidend erweitert und umgestaltet. 1782 bis 1786 errichtete man den 118 Meter langen Konventbau nach Plänen von Franz Ignaz Michael Neumann, Sohn des berühmten Balthasar Neumann. Ab 1788 stuckierte Andreas Dittmann Abtswohnung und Festräume im Abtei- und Konventbau, dort können Bibliothek und Grüner Saal besichtigt werden. Letzterer verkörpert mit seinem vornehm-klassizistischen Dekor das staatsrechtliche Selbstverständnis der Abtei und ihrer Mönche, unter denen es auch hervorragende Komponisten gab.
Nicht nur deshalb finden in diesem herrlichen Festsaal auch Kammerkonzerte statt.

Altes Rathaus
Bis heute hat das Stadtbild viel von seinem historischen Gepräge bewahrt. Am Marktplatz sticht das spätgotische Alte Rathaus von 1478 hervor, dessen Erdgeschoss als Städtisches Verkehrsamt dient. Eine breite Freitreppe führt zu einem wuchtigen Portal. Das Fachwerkobergeschoss ist ebenso wie der Giebel verschiefert. Ein großer Sitzungssaal mit stuckierter Decke befindet sich im 1. Stock.

Das Stadthaus
Das so genannte Alte Stadthaus ist mit 25 m Giebelhöhe das höchste Haus der Stadt. Es wurde 1475 vom Mainzer Kurstaat gebaut. An der Nordwestecke ist eine Wappenkonsole zu sehen, an der ein Engel zwei Wappen hält: das Mainzer Rad und das Wappen des Erzbischofs Adolf von Nassau. Über einen massiven Unterbau erheben sich, jeweils leicht vorragend, zwei Fachwerkobergeschosse - teils verputzt, teils verschiefert. Darüber das mächtige an beiden Giebeln gewalmte Satteldach.

Kurmainzer Kellerei
Mit eigener Ummauerung liegt wie eine kleine Stadtburg die ehemalige Kurmainzer Kellerei. Der spätgotische Bau mit einem Treppenturm war früher Verwaltungssitz und wurde von 1482 bis 1487 erbaut.
Daneben befindet sich die mit gotischen Treppengiebeln versehene Zehntscheuer aus dem Jahre 1488. Hier hat sich der Kulturkreis Zehntscheuer mit einem reichhaltigen Programm etabliert.

Templerhaus
Das so genannte „Templerhaus“ ist ein spätromanischer Turmbau mit gut erhaltener Fachwerkkonstruktion aus dem Jahre 1291. Der turmartige Sockelbau soll bis zu 100 Jahre älter sein. Es zählt zu den ältesten Fachwerkhäusern Deutschlands.
Erbaut in unmittelbarer Nähe einer wichtigen Wegkreuzung und des Mudbaches gehörten seine Besitzer wohl zu den Gefolgsleuten der Herren von Dürn (Erbauer der Wildenburg und Schutzvögte des Klosters). Mit der „Europa-Nostra-Ehrenmedaille“ wurde dem Templerhaus für hervorragende Restaurierung 1992 eine renommierte internationale Auszeichnung verliehen.
Heute ist es als Gebäudemuseum zu besichtigen.
Geöffnet von Mai bis Oktober, Mi. 16.30 - 17.30 Uhr, Sa. 11.00 - 12.00 Uhr und nach Vereinbarung mit der Tourist-Information Tel. (09373) 20940.

Kapelle Amorsbrunn
Im Otterbacher Tal, unterhalb der Straße nach Boxbrunn, ist sie umgeben von Legenden und Überlieferungen.
Hier sollen im 8. Jahrhundert iro-schottische Wandermönche, vom Gaugrafen Ruthard ins Land geholt, den Odenwald christianisiert haben. Spätestens im 12. Jahrhundert entstand hier ein romanisches Kirchlein. In der Kirche ist eine gefasste Quelle, und diesem Quellwasser wurde zu allen Zeiten Heilskraft nachgesagt. Das Wasser wurde zum „Spezialmittel“ gegen Kinderlosigkeit.
Anfang des 16. Jahrhunderts musste die Kapelle aufgrund vieler Wallfahrer erweitert werden. Wertvoll ist im Chor der farbig gefasste Flügelaltar. Aus dem Leib Jesse wächst der Stammbaum Mariens. Besichtigung: Mai bis Oktober täglich 10 bis 17 Uhr. Informationen: Kath. Pfarramt, Kirchplatz 3, Tel. (09373) 1359

Pfeilerbasilika auf dem Gotthardsberg
Die dreischiffige romanische Basilika hat eine äußerst bewegte Geschichte.
Nach der Klosterüberlieferung soll hier im 8. Jahrhundert der fränkische Gaugraf Ruthard eine Burg erbaut haben. 1138 wurde eine Kapelle, dem hl. Godehard geweiht, hinzugefügt. Auf Befehl des Stauferkaisers Friedrich I., Barbarossa genannt, wurde die Burg 1168 zerstört. Anstelle der Burg entstand bald danach ein Nonnenkloster, das, mit einiger Unterbrechung, bis 1439 existierte.
Im Bauernkrieg legten die Aufständischen den „Gotthard“ in Schutt und Asche. Nachdem 1631 an gleicher Stelle eine neu erbaute Kirche geweiht worden war, brannte diese 1714, durch einen Blitzschlag getroffen, vollkommen aus. Um diese Kirchenruine vor dem völligen Verfall zu schützen, erhielt sie 1956 ein neues Dach. Von der Plattform des Turmes bietet sich dem Besucher ein herrlicher Blick über sieben Täler bis zum Spessart.

Muttermuseum
Das Muttermuseum für Kunst, auch genannt die Sammlung Berger in Amorbach, besitzt die größte Teekannensammlung Europas. Auf einem ehemaligen Fabrikgelände werden 2500 Teekannen aus aller Welt und 500 Miniaturteekannen präsentiert. Neben diesen Kostbarkeiten gibt es auch 500 Puppen, die größte Pepsi-Sammlung Europas, sowie moderne Kunst von Chagall, Christo, Niki de Saint Phalle u.v.a. Insgesamt steht den Ausstellungsstücken eine Fläche von 1.600 qm zur Verfügung, welche sich in 17 Räume teilt. Das Muttermuseum ist eine Faszination für Jung und Alt. Die kleinen Gäste werden begeistert sein von den meisterhaft gearbeiten Puppen und Kännchen und die Erwachsenen erleben eine nostalgische Reise in die Vergangenheit. Gerade Kunstwerke wie der aus Streichhölzern gebaute Mercedes oder der Puppenprotestmarsch sind auch für Erwachsene ein echter Hingucker. Die Stadt Amorbach heißt sie herzlich willkommen die liebevollen Stücke zu bestaunen. Nähere Infos erhalten sie unter Tel. 09373 / 99081 oder 209-40.

Karte

Infos

Einwohner: 4.231

Stadtteile:
Beuchen, Boxbrunn, Neudorf, Reichartshausen

Information:
Verkehrsamt im Alten Rathaus
Marktplatz 1, 63916 Amorbach

Tel. (09373) 209-0 und 209-40,
Fax (09373) 209-33
Homepage / E-Mail senden