Leidersbach

Umgeben von Spessartwäldern liegt Leidersbach langgezogen in einem Tal seitlich des Mains. In dem farbenprächtigen Mischwald kann man Entspannung und Erholung beim Wandern auf gut markierten Wanderwegen (mit Schutzhütten und Grillplätzen) finden.
Die ehemals selbständigen Gemeinden Ebersbach, Leidersbach, Roßbach und Volkersbrunn haben sich 1972 im Rahmen der Gebietsreform zur neuen Gemeinde Leidersbach zusammengeschlossen. Das günstige Klima des westlichen Spessarts förderte eine frühe Besiedelung des Leiderbach-Tales. Die reichen Funde an Steinbeilen in den Gemarkungen Ebersbach, Leidersbach, Roßbach und Volkersbrunn erbringen den Nachweis, daß zur Jungsteinzeit (Neolithikum), also in der Zeit von 3500 bis 1800 vor Christus, Menschen im Bereich der heutigen Großgemeinde Leidersbach lebten.
Die bauliche Entwicklung aller Orte folgte vorwiegend den Bachläufen, welche die Lebensvoraussetzungen für die Einwohner über Jahrhunderte boten. Das vorhandene Ackerland und die reichen Waldbestände waren noch bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts für die Bevölkerung ausreichend. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts reichte das Ackerland nicht mehr zur Ernährung der damals noch ausschließlich landwirtschaftlich tätigen Bevölkerung aus. Hinzu kam, daß der im Laufe der Zeit auf Nadelholz umgestellte Wald seine frühere Bedeutung zur allgemeinen Viehhaltung mehr und mehr verlor. Der Weinbau, welcher vor allem in Ebersbach, daneben aber auch in Leidersbach, in beträchtlichem Maße betrieben worden war, kam durch auftretende Rebkrankheiten um 1900 zum Erliegen. Die Schafhaltung wurde durch fallende Wollpreise unrentabel und wurde nach und nach aufgegeben. Aufgrund dieser allgemeinen wirtschaftlichen Verschlechterung der Lebensverhältnisse wanderten viele Menschen nach Amerika oder Australien aus.

Kirche St. Laurentius in Roßbach
Die Kirche St. Laurentius ist in ihren ältesten Teilen bereits mehr als 300 Jahre alt. Sie wurde im Jahre 1821 erweitert, wobei an den ältesten Turmteil die Langhausachse angefügt wurde. Ein beträchtlicher Um- und Erweiterungsbau wurde 1986/87 ausgeführt.

St. Rochus-Kirche in Volkersbrunn
Die ehemalige Kirche St. Rochus war 1791 erbaut worden. Da dieses Kirchlein nach dem 2. Weltkrieg zu klein geworden war, wurde 1960/61 die heutige St. Rochus-Kirche erbaut. Am Standort der alten Kirche befindet sich das Volkersbrunner Kriegerdenkmal.

Entwicklung des Bekleidungszentrums am Untermain
Die eingekehrende Armut begann erst um 1900 allmählich zu schwinden, als die Bekleidungsheimarbeit aufkam, aus der sich eine ansehnliche Bekleidungsindustrie entwickelte. Gründer dieses neuen Erwerbszweiges war Schneidermeister Johann Wolf. Aus der sogenannten Heimschneiderei entwickelten sich die heutigen Kleiderfabriken, so daß Ende der achtziger Jahre weit über 50 Prozent der Einwohnerschaft auf irgendeine Art und Weise mit der Bekleidungsindustrie verbunden waren. Heute zählt Leidersbach mit 16 Kleiderfabriken und Bekleidungshäusern zu den attraktivsten Orten im Rhein-Main-Gebiet, wenn es um Bekleidung geht.

Karte

Infos

Einwohner: 4.803

Stadtteile:
Ebersbach, Leidersbach, Roßbach, Volkersbrunn

Information:
Gemeindeverwaltung
Hauptstraße 123
63849 Leidersbach
Tel. 06028/9741-0
Fax 06028/3817
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