Obernburg
Die
Stadt Obernburg blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Vor
allem die Römer haben den Ort am Main sehr geprägt.
Bei einem Bummel durch die Altstadt erschließt sich dem Besucher sogleich
der Charme der Römerstadt. Geht man durch die lebhafte Römerstraße
mit ihren attraktiven Einzelhandelsgeschäften und durch die schmalen Seitengassen
der Altstadt mit den reizvollen spitzgiebeligen Häusern, darunter sehr
viele mit restauriertem Fachwerk, spürt man die besondere Atmosphäre
der Stadt.
In besonderem Maße hat man sich in Obernburg auch der Kultur verschrieben
und so bieten sich den Obernburgern und ihren Gästen das ganze Jahr über
Veranstaltungen von hoher Qualität. Ein abwechslungsreiches Programm bietet
z. B. die Kleinkunstbühne in der Kochsmühle, deren künstlerischer
Leiter der bundesweit bekannte Obernburger Kabarettist Urban Priol ist. Gehobene
und gutbürgerliche Gastronomie, die reizvolle Altstadt mit ihren historischen
Sehenswürdigkeiten sowie die liebevoll angelegten Gartenanlagen entlang
des Mains, wie der Rosengarten an der Kochsmühle, machen Obernburg zu einem
lohnenswerten Ziel. Nemaninga nannten die Römer das Kohorten- und das Numeruskastell,
das sie 85 n. Chr. hier errichteten. Die Besatzung von Nemaninga bildete die
4. aquitanische Reiterkohorte der römischen
Bürgerschaft und der Numerus der nemaningesischen Späher. Jahrhunderte
später gründeten Alemannen und Franken an gleicher Stelle das Dorf
Obernburg, das 1313 durch Erzbischof Peter von Mainz zur Stadt erhoben wurde.
Das
römische Kastell und die Festungsanlage des 14. Jahrhunderts bestimmen
bis heute die Straßenzüge der Altstadt. Der Verlauf der Straßen
im Altstadtbereich entspricht noch heute genau dem der Straßen des Kastells.
Die römische via principalis, die Hauptstraße des Kastells,
liegt etwa 60 cm tief unter der heutigen Römerstraße. Sie ist vom
Unteren bis zum Oberen Tor mit norditalienischem Porphyr belegt, einer modernen
Version des alten römischen Straßenbaus. Immer wieder stoßen
die Obernburger auf ihre römische Vergangenheit. So wurden vor einigen
Jahren bei Bauarbeiten vor dem Oberen Tor die Überreste einer römischen
Polizeistation entdeckt.
Im Mittelalter war Obernburg eine sichere Festungsanlage. Die alte Mainhandelsstraße
von Frankfurt nach Nürnberg führte durch die Stadt. Waren die massiven
Holztore an den Tortürmen geschlossen, konnten sich die Fuhrleute in der
Stadt sicher vor Wegelagerern und Räubern fühlen.
Die stetig anwachsende Bevölkerung veranlasste zwischen 1850 und 1890 die
Verantwortlichen in der Stadt dazu, die inzwischen überflüssig gewordene
Stadmauer zu schleifen und so neuen Wohnraum zu schaffen. Wenn man heute in
einer der Gastwirtschaften und Cafés in der Römerstraße Platz
nimmt, spürt man die besondere Note dieser Straße, die auf ganz besondere
Art Vergangenheit und Gegenwart verschmilzt.
Rathaus
Das Obernburger Rathaus wurde 1452 auf den Fundamenten des Vorgängergebäudes
errichtet. Hier war bis 1919 auch die erste Freischule, eine Knabenschule, untergebracht,
und auch das königlich bayerische Landgericht tagte zwischen 1814 und 1875
hier. Das ehemals im benachbarten ehemaligen Frühmesserhaus untergebrachte
Römermuseum befindet sich heute mit neuem Konzept in der Unteren Wallstraße.
Unteres und Oberes Tor
Lange
Zeit befand sich das städtische Gefängnis im Unteren Tor, das 1839
abegrissen wurde und auf Anordnung der königlich bayerischen Staatsregierung
unter König Ludwig I wieder aufgebaut werden musste.
Das vor einiger Zeit sanierte Obere Tor, auch Uhrturm genannt, hat als einziges
der drei Stadttore sein ursprüngliches Aussehen bewahrt. Die Uhr aus dem
Jahr 1523 war die erste öffentliche Uhr der Stadt. Noch heute sind die
Sicherungseinrichtungen, die Angreifer an einem Durchbruch hindern sollten,
deutlich erkennbar.
