Stadtprozelten

Aus einem engen Maintal auf einen Bergrücken heraus wächst das Städtchen Stadtprozelten in Richtung des etwa zwei Kilometer entfernten Stadtteils Neuenbuch.
Durch seine verkehrsgünstige Lage und seine gepflegten Wanderwege bietet sich Stadtprozelten als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Ausflüge in den Spessart und Umgebung geradezu an.
Als eines der kleinsten Städtchen im Herzen des Südspessarts präsentiert sich das mittelalterlich angehauchte Stadtprozelten als aufstrebende und moderne Gemeinde. Geprägt wird das Ortsbild durch die entlang der engen Hauptstraße stehenden herrlichen Fachwerkhäuser und dem Rathaus von 1520. Erstmalig wurde Stadtprozelten urkundlich 1287 als Stadt erwähnt. Über der Stadt thront die mächtige und weit sichtbare Henneburg. Ebenso wie Stadtprozelten wechselte auch die Henneburg öfter ihre Besitzer. Gehörten Burg und Stadt 1250 noch den Reichsherren von Schüpf-Klingenberg, so beeinflusste im 14. und 15. Jahrhundert der Deutsche Orden die Geschicke der Stadt. Stück für Stück kaufte der damals so mächtige Orden die Besitzungen der Grafen von Wertheim und der Grafen von Hanau auf. Der Deutsche Orden war es auch, der die Burg zu einer Festung nach Art der Kreuzfahrerburgen ausbaute, welche dem mächtigen Bollwerk seinen unverwechselbaren Charakter verlieh. Erst später ging Stadtprozelten im Tausch für zwei Ämter an die MainzerBischöfe über.
Machtvoll steht sie auch heute noch über Stadtprozelten, die "Henneburg". Sie wurde als "Burg Prozelten" von den Schenken von Clingenburg erbaut. Ältester Teil ist der Bergfried (etwa 12. Jahrhundert), während der östliche Palas aus der Mitte des 13. Jahrhunderts stammt. Vom Deutschen Orden wurde die Burg später um den westlichen Palas erweitert und mit unterirdischen Wehrgängen versehen. Ihren Namen Henneburg verdankt sie einem ihrer Komture (Ordensritter-Kommandeur). Zerstört wurde die Henneburg, welche als eine der schönsten Burgruinen Deutschlands zählt, wahrscheinlich 1688 durch die Franzosen während des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Dass die trutzige Burg auch heute noch in einem guten Zustand ist, ist ein Verdienst König Ludwigs I. von Bayern. Er war es, der bereits im 19. Jahrhundert wichtige Sicherungsarbeiten an der Burg vornehmen ließ. Heute kann die Burgruine ganzjährig besichtigt werden. Von den zwei mächtigen Türmen, die bestiegen werden können, hat man einen herrlichen Ausblick auf das idyllische Maintal. Aber nicht nur die Henneburg ist eine Besichtigung wert, auch die alte Stadtpfarrkirche mit ihrem gotischen Kirchturm aus dem 14. Jahrhundert ist lohnendes Ziel.

Karte

Infos

Einwohner: 1.800

Stadtteile:
Neuenbuch

Information:
Stadt Stadtprozelten
Hauptstr. 132
97909 Stadtprozelten

Tel. 09392/97600, Fax: 09392/976018
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